Die Musikinstrumente der Blasorchester

 

Wir unterscheiden 2 verschiedene Arten von Blasinstrumenten:

1) Holzblasinstrumente:

Zum "Holz" gehören: Flöte (Flûte), Oboe (Hautbois), Fagott (Basson), Klarinette (Clarinette) sowie Saxophone. Letzteres hat zwar einen Metallkörper, wird jedoch wie die Klarinette mit Rohrblatt-Mundstück (bec) angeblasen und gehört somit zur Familie der Holzblasinstrumente.  

2) Blechblasinstrumente.

Zum "Blech" zählen: Trompete (Trompette), Kornett (Cornet a pistons), Flügelhorn (Bugle) , Waldhorn (Cor), Posaune (Trombone), Tenorhorn (Baryton), Bariton (Tuba) und Tuba (Basse).  

 

Ihre Entwicklung, von der primitiven Form bis zur heutigen Perfektion.

 

Die Flöte

Zu den ältesten Instrumenten gehören eine eintönige Pfeife aus Rentierknochen (um 10.000 v. Chr.) und fast ebenso alte Kno­chenflöten mit 3 oder 4 Grifflöchern. Die heutige Flöte besteht aus einer in 3 Teile (Kopf, Mittelstück und Fuß) zerlegbaren Röhre. Sie wird aus edlem Holz (Buchsbaum) Elfenbein oder heute aus Metall gefertigt, besitzt zahlreiche Tonlöcher, welche durch Klappen geschlossen sind, die aber durch Federdruck (System Boehm) ge­öffnet werden können. Das Instrument wird auch Querflöte = FIûte traversiere genannt.

 

Das Piccolo

Die kleine Flöte entspricht in ihrem Bau der großen, ist jedoch nur halb so lang und eine Oktave höher. Wegen ihrer kur­zen Bauart ist es schwierig, sie reinstimmend zu bauen.

 

Die Oboe

Die Oboe (hautbois) hat sich aus der mittelalterlichen Schalmei ent­wickelt. Das Instrument erscheint 1511 und besitzt 7 Grifflöcher. Anfang des 19. Jh. baut J.G. Zencker aus Adorfeine Oboe mit 3 Klap­pen. Das heutige Instrument besteht aus einem mit Löchern und Klappen versehenen kurzen Rohr. Es wird aus Ebenholz oder Buchs­baum gefertigt und besitzt ein Mundstück mit doppeltem Rohrblatt. An der Entwicklung der Oboe hatte Frankreich einen wesentlichen Anteil. Dort wurde das Instrument "Hautbois", d.h. - hohes Holz ­genannt, zum Unterschied von dem "Grosbois" oder "Basson" tiefes Holz, tiefer Ton.

 

Das Englisch Horn (Cor Anglais) hat nichts mit einem Horn zu tun. Woher es den eigentümlichen Namen hat, ist nicht ganz klar. Das Instrument wurde früher (18. und 19. Jh.) in geknickter Form gebaut, was die Franzosen dazu bewogen haben mag, es "Cor anglé" ( ­gewinkeltes Horn) zu nennen. Aus dem -angle­ wurde -anglais-, und das "Englisch Horn" war geboren. Es ähnelt der Oboe, nur ist es etwas größer und besitzt ein gekrümmtes Anblasröhrchen.

 

Das Fagott

Das Fagott (Basson) ist aus dem Bestreben entstanden, der Rohr­blattfamilie (Oboe und Englisch Horn) ein Bass-Instrument zu geben. Der italienische Name des Instrumentes (Fagotto) ist seit 1539 be­kannt und bedeutet „Bündel“. Es bestand von Anfang an aus 2 parallelen  Rohren, die miteinander verbunden sind.

 

Die Klarinette

Der Name Klarinette (clarinette) taucht erstmals im 2. Viertel des 18. Jh. auf. Sie hat sich aus dem Alten "Chalumeau" entwickelt. Der Nürnberger Instrumentenbauer Joh. Christia DENNER nahm diese Umwandlung um 1700 vor. Genau wie Flöte, Oboe und Fagott hatte die Klarinette anfangs nur Grifflöcher. Am Anfang des 18. Jh. war ein Klarinetteninstrument mit 2 Klappen verbreitet. In diesem Jh. wurden noch zahlreiche Verbesserungen vorgenommen. Als Material wird vorzugsweise Ebenholz, Grenadillholz, Cocoboloholz, Buchsbaum, Ahorn, vereinzelt auch Metall (Frankreich) verwandt. Die Klarinette hat 18 Tonlöcher,. -während Flöte und Oboe mit 11 auskommen - und wird in 7 verschiedenen Stimmungen gebaut.

Bassklarinette

   

 

Die Saxophone

1840 vom belgischen Instrumentenbauer Adolphe SAX (ausgezeichneter Klarinettist) erfunden und seit 1844 in verschiede­nen Größen und Stimmungen gebaut: Sopranino mib, Soprano sib, Alto mib, Tenor sib, Baryton mib und Basse sib. Es gehört zur Klarinettenfamilie und wird auch mit einem Rohrblatt „anche“ angebla­sen. 

Das Saxophon ist in Deutschland erst durch die Jazzmusik be­kannt geworden, während man in Frankreich und Belgien schon Sa­xophone in der Militärmusik hatte.  

 

 

Die Trompete

Die Trompete findet ihren Ursprung in der Naturtrompete, ein Instrument ohne Ventile, auf dem nur Naturtöne geblasen wer­den konnten. In Deutschland wird heute noch die " Fanfare", in Frankreich das "Clairon" gebraucht, beide ohne Ventile. Diese wurden 1813 erfunden. Schuster in Karlsruhe war einer der ersten der Ven­tiltrompeten baute, anfangs nur mit 2Ventilen. 1830 wurde die Trom­pete mit 3 Ventilen gebaut und dadurch konnte die chromatische Tonleiter geblasen werden. Die Trompete wird in verschiedenen Größen, Mensuren und Stimmungen gebaut.

 

Das Kornett

Das Kornett (Cornet à pistons) hat die Form einer kleinen gedrun­genen Trompete. Es entstand als ein mit Pumpventilen „Périnet-Ven­tilen“ ausgestattetes Flügelhorn zwischen 1820 und 1825 in Frankreich. Die Klangfarbe liegt zwischen Trompete und Flügelhorn.

Das Flügelhorn

Der Ursprung der Blechblasinstrumente ist ebenso prosaisch wie alt. Die Menschen erkannten früh die akustischen Eigenschaften des Tierhorns und benutzten es für Signale und vielleicht auch bereits, um auf der Jagd Tiere aufzuscheuchen. Schon in den ältesten ägyptischen Kulturen wurde dieses Produkt der Natur in Metall nachgebaut, denn spielbare Instrumente, Vorläufer der modernen Trompeten und Flügelhörner, wurden in Gräbern am Nil gefunden.Das Flügelhorn (bugle) ist ein Blechblasinstrument des Militärs und zwar das zunächst halbmondförmig gebogene, später trompetenartig gewundene, aber durchweg konisch verlaufende Signalhorn der Infanterie.
   

 

Das Waldhorn

Aus dem kreisrunden "JAGDHORN" das keine Ventile besitzt, entstand in der 2. Hälfte des 17.Jh. ein kultiviertes Instrument, das Waldhorn ( Cor ) das im Orchester einen festen Platz errang. In den heutigen Blasorchestern ist es, wenn auch teilweise in einfache­rer Bauart, sehr beliebt. Leider sind die  Schüler, welche dieses wohlklingende Instrument erlernen wollen recht selten.

 

Die Zugposaune

Die Zugposaune  (trombone à coulisse) ist eines der Instrumente, das von Anfang an alle Töne der chromatischen Tonleiter von sich geben konnte. Durch das Ausziehen des Zuges bis 6 Positionen -weiter reicht der Arm des Spielers nicht -ist das möglich. Sie wurde in vielen Stimmungen gebaut. Die heute am meisten benutzte Posaune ist die Tenor-Posaune in B (Trombone en sib), sie wird aber in C (do) gespielt.  

Die Ventilposaune

Die Ventilposaune (trombone à pistons) hat die gleiche Form und denselben Tonumfang wie die Zugposaune. Sie kam in den dreißiger Jahren des 19. Jh. auf. Ausgestattet mit  3 Ventilen wie andere Blechinstrumente brachte sie keine Verbesserung.  Sie fand zum Teil in Blechblaskapellen Einzug, zumeist bei militärischen. Für Reiterkapellen war dieses Instrument von besonderem Vorteil, denn eine Zugposaune zu Pferd zu spielen wäre äußerst kompliziert gewesen.

 

Das Baryton

Baryton Das Tenorhorn klingt eine Oktave tiefer als das Flügelhorn (Bugle). Wegen seiner Größe kann dieses Instrument nicht wie die Trompete gebaut werden, es wird mehr oder weniger senkrecht ge­halten, mit dem Schallstück «Becher» nach oben. Seit 1838 bekannt.

Die Tuba

Die Tuba (Bariton) hat die Größe des Tenorhorns (Baryton), ist jedoch weiter mensuriert und der Ton klingt voller. Es wird mit mindestens 4 Ventilen gebaut. Das vierte Ventil erlaubt die Chroma­tisierung der untersten Oktave. In Frankreich "Basse" genannt.

 

Die Basstuba

Die Basstuba, in Frankreich Contre-Basse. 1835 erstmals entwickelt. In verschiedenen Größen gebaut, -sib und mib am bekanntesten- ­sind diese die größten und tiefsten Blechinstrumente. Die Länge der Rohre eines "Basse sib" beträgt etwa 5,50 m. Ein idealer Probesaal für die Musikgesellschaft sollte in etwa diese Höhe haben.

 

Batterie Zu den gebräuchlichsten Schlaginstrumenten gehören: große und kleine Trommel, Becken (Cimbales) und Triangel. Die Pauke (Timbale) ist das einzige Trommelinstrument das gestimmt werden kann und einen bestimmten Tonumfang hat. Der Timpanist (Pauken­schläger) muß über ein sehr gutes Gehöhr verfügen, denn das Um­stimmen der Pauke während des Spiels ist nicht so einfach. Außer den angeführten gehören noch viele Rhytmusinstrumente in diese Gruppe, denn latein-amerikanische Musik benötigt andere als der beliebte Wiener-Walzer, der fast in Vergessenheit geraten ist. Diese Instrumente alle beim Namen zu nennen würde zu weit führen.Aus diesem Grunde soll es bei den am meistgebrauchten bleiben. Musik ist eines der schönsten Hobbys, deshalb sollen Eltern nicht zögern ihre Kinder, -sollten diese Freude an der Musik haben -zu den Kursen anzumelden. Jede Musikgesellschaft braucht Nachwuchs, und da bieten junge Menschen die beste Gewähr.